Wer italienische Mandelkekse mag, kennt Amaretti – knusprig, süß, mit einem Hauch Bittermandel. Doch ausgerechnet diese beliebten Kekse sorgen im Dezember 2025 für Schlagzeilen: Wegen erhöhter Blausäurewerte hat der Hersteller Colussi S.p.A. die Sorte Sapori Amaretti Almonds 175 g zurückgerufen.

Produkt: Sapori Amaretti Almonds 175 g · Hersteller: Colussi S.p.A. · Rückrufdatum: 04.12.2025 · Grund: Erhöhte Blausäurekonzentration

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Exakte Höhe der gemessenen Blausäurekonzentration – nicht öffentlich
  • Ob weitere Amaretti-Produkte oder andere Chargen betroffen sein könnten
  • Mögliche Langzeitfolgen für Verbraucher, die bereits Kekse gegessen haben
3Zeitleisten-Signal
  • 03.12.2025: Erste Meldung über produktwarnung.eu (Verbraucherwarnportal)
  • 04.12.2025: Offizielle Warnung auf lebensmittelwarnung.de (offizielles Warnportal der Bundesländer) und AGES (österreichische Agentur für Gesundheit)
  • 06.12.2025: Rückruf ausgeweitet; zweite Meldung der AGES (Erweiterung)
4Wie es weitergeht
  • Verbraucher sollten betroffene Ware nicht essen und zurückbringen (AGES, Verbraucherhinweis)
  • Hersteller Colussi prüft Ursache der erhöhten Werte (Kundeninformation des Herstellers)
  • Behörden beobachten die Lage, weitere Chargen möglich (AGES, Sicherheitshinweis)

Was bedeutet Amaretti auf Italienisch?

Herkunft des Namens

  • „Amaretti“ leitet sich von amaro – italienisch für „bitter“ – ab und bedeutet wörtlich „kleine Bittere“. Der Name verweist auf die traditionelle Verwendung von bitteren Mandeln, die den Keksen ihr charakteristisches Aroma geben (Wikipedia, freie Enzyklopädie).
Das kleine Paradox

Bittere Mandeln machen den Geschmack – genau jene Bitterkeit, die bei zu hoher Dosierung zur Gefahr wird. Was den Amaretti seine Seele gibt, ist derselbe Stoff, der jetzt den Rückruf ausgelöst hat.

Die Implikation: Der Name verrät bereits die Gefahr – die Bitterkeit, die den Keksen ihren Charakter gibt, kann in hoher Dosis zur Belastung werden.

Regionales Erzeugnis Piemont

  • Die ursprünglichen Amaretti stammen aus der norditalienischen Region Piemont, insbesondere aus den Städten Saronno und Genua. Heute werden sie in ganz Italien und international produziert, die Bezeichnung ist nicht geschützt.

Was ist in Amaretti drin?

Typische Zutaten

  • Hauptbestandteile: Mandeln (mindestens 30 %), Zucker, Hühnereiweiß, Honig, oft etwas Vanille. Bittere Mandeln oder Aroma aus Bittermandelöl sorgen für den typischen Geschmack (Wikipedia, freie Enzyklopädie).
  • Die Kekse sind häufig glutenfrei, sofern kein Weizenmehl zugesetzt wird.

Allergene und Nährwerte

  • Spuren von Schalenfrüchten möglich; das Produkt enthält Mandeln und Ei.
  • Pro 100 g: ca. 450–500 kcal, 20 g Fett, 55 g Kohlenhydrate.
Fazit: Der Rückruf betrifft nur ein Produkt, nicht alle Amaretti. Wer Sapori Amaretti Almonds 175 g zu Hause hat, sollte die Chargen prüfen. Alle anderen Amarettini sind sicher – solange sie aus anderen Chargen oder von anderen Marken stammen.

Was das bedeutet: Solange Sie nicht die betroffene Charge haben, können Sie Amaretti bedenkenlos genießen.

Welche Kekse werden wegen Blausäure zurückgerufen?

Betroffene Produkte im Detail

Ein Produkt, mehrere Meldungen – der Rückruf umfasst ausschließlich die 175‑Gramm‑Beutel Sapori Amaretti Almonds des Herstellers Colussi S.p.A. Die folgende Tabelle fasst die in Deutschland und Österreich offiziell genannten Chargen und Mindesthaltbarkeitsdaten zusammen.

Land Charge (Lot) MHD Quelle
Deutschland L355122 1 02.05.2026 Lebensmittelwarnung.de (offizielles Warnportal der Bundesländer)
Deutschland L355237 1 25.08.2026 Lebensmittelwarnung.de (offizielles Warnportal der Bundesländer)
Österreich (erste Meldung) L355122 1 02.05.2026 AGES, österreichische Agentur für Gesundheit
Österreich (Erweiterung) L 355077 2 18.03.2026 AGES, Erweiterungsmeldung

Grund des Rückrufs

  • Die behördlichen Untersuchungen ergaben eine erhöhte Konzentration an natürlicherweise vorkommender Blausäure (Cyanid) in den betroffenen Packungen. Der Hersteller Colussi S.p.A. leitete daraufhin eine vorsorgliche Rückrufaktion ein (AGES, Kundeninformation).
  • Blausäure entsteht in Mandeln durch den Abbau des Glykosids Amygdalin – besonders in bitteren Mandeln. Bei normalem Verzehr unbedenklich, aber bei Überschreitung eines Grenzwerts kann es zu vorübergehendem Unwohlsein kommen (AGES, Sicherheitshinweis).
Warum das wichtig ist

Kinder und Schwangere reagieren empfindlicher auf Blausäure. Für sie ist der Verzicht auf die betroffenen Kekse besonders dringend. Wer bereits eine Packung gegessen hat, muss nicht mit akuten Vergiftungen rechnen – die gemessenen Werte liegen laut Behörden unterhalb der akuten Gefahrenschwelle, können aber Symptome wie Kopfschmerzen oder Übelkeit auslösen.

Der Haken: Auch wenn die Werte unter der akuten Gefahrenschwelle liegen, sollten empfindliche Personen die Kekse meiden.

Ist in Amarettini Plätzchen Alkohol?

Alkoholgehalt in Amarettini

  • Klassische Amarettini sind alkoholfrei. Sie bestehen aus Mandeln, Zucker und Eiweiß – ohne Spirituosen (Wikipedia, freie Enzyklopädie).
  • Einige Hausrezepte oder Premium‑Produkte verwenden Amaretto‑Likör, handelsübliche Kekse aus dem Supermarkt enthalten jedoch meist nur Mandelaroma.

Unterschied zu Amaretto-Likör

  • Amaretto ist ein süßer Mandellikör mit 20–28 % Vol. Alkohol, der separat genossen wird – er gehört nicht in den Teig der meisten Amarettini.
  • Die Verwechslung entsteht durch den ähnlichen Namen; tatsächlich sind „Amaretti“ (Kekse) und „Amaretto“ (Likör) zwei verschiedene Produkte.
Der häufige Irrtum

Viele Eltern fragen sich, ob Amarettini für Kinder tabu sind – wegen angeblichen Alkohols. Die Antwort: nein, die Kekse sind alkoholfrei. Die aktuelle Gefahr ist eine andere: Blausäure, die unabhängig vom Alkoholgehalt in den Mandeln steckt.

Das Muster: Die Verwechslung von Amaretti und Amaretto ist weit verbreitet, aber unbegründet – die Kekse sind alkoholfrei.

Können Kinder Amarettini essen?

Risiko durch Blausäure

  • Kinder sind aufgrund ihres geringeren Körpergewichts empfindlicher gegenüber Blausäure. Die tolerierbare Tagesdosis (TDI) liegt bei etwa 20 µg pro kg Körpergewicht (Bundesinstitut für Risikobewertung, BfR). Ein einzelner Amaretti enthält nur Spuren, doch bei Charge unbekannt ist Vorsicht geboten.
  • Wegen des Rückrufs sollten Kinder keine Sapori Amaretti Almonds essen, deren Charge nicht überprüft wurde.

Empfehlungen für Eltern

  • Prüfen Sie die Verpackung auf das MHD und die Chargennummer (Lot).
  • Liegt die Packung in den genannten Bereichen (siehe Tabelle), geben Sie sie – auch ohne Kassenbon – an der Verkaufsstelle zurück (AGES, Rückgabehinweis).
  • Nicht betroffene Amarettini sind für Kinder in Maßen unbedenklich – die Konzentration liegt dann weit unter dem Grenzwert.

Was das bedeutet: Für Eltern ist die Botschaft klar – nur bei ungeprüften Chargen ist Vorsicht geboten.

Rückruf-Chronologie

Drei Ereignisse prägten die Entwicklung des Rückrufs innerhalb weniger Tage.

Fazit: Der Rückruf war schnell und transparent. Innerhalb von 72 Stunden lagen zwei offizielle Meldungen aus zwei Ländern vor. Für Verbraucher bedeutet das: Wer seine Packung prüft, kann sicher sein – oder bekommt sein Geld zurück.

Die Implikation: Die schnelle Reaktion der Behörden zeigt, dass das System funktioniert – Verbraucher können sich auf die Warnungen verlassen.

Bestätigte Fakten

  • Rückruf von Sapori Amaretti Almonds 175 g durch Colussi S.p.A. (Lebensmittelwarnung.de (offizielles Warnportal der Bundesländer))
  • Erhöhte Blausäurekonzentration in den genannten Chargen (Lebensmittelwarnung.de (offizielles Warnportal der Bundesländer))
  • Betroffene MHDs: 02.05.2026, 25.08.2026, 18.03.2026 (AGES, Erweiterungsmeldung)
  • Rückgabe ohne Kassenbon möglich (AGES, Rückgabehinweis)

Was unklar bleibt

  • Genauer Messwert der Blausäure (nicht öffentlich)
  • Ob die erhöhten Werte auf eine Charge mit besonders bitteren Mandeln oder einen Produktionsfehler zurückgehen
  • Ob die Ware auch in anderen EU-Ländern verkauft wurde

„Wir warnen ausdrücklich vor dem Verzehr der betroffenen Sapori Amaretti Almonds. Bei empfindlichen Personen kann es zu vorübergehendem Unwohlsein kommen.“

– Colussi S.p.A. in einer Kundeninformation, zitiert nach AGES (österreichische Agentur für Gesundheit)

„Die gefundene Blausäure ist natürlichen Ursprungs – aber die Konzentration lag offenbar über dem erlaubten Grenzwert.“

Kurier.at, österreichische Tageszeitung

„Die Rückrufaktion zeigt, wie wichtig die Überwachung von Importprodukten ist – selbst bei traditionellen Backwaren.“

Salzburg24, Regionalmedium

Der Rückruf der Sapori Amaretti Almonds ist kein Grund zur Panik, wohl aber ein Weckruf. Blausäure in Mandelkeksen ist ein bekanntes, aber selten relevantes Risiko – hier hat eine Charge offenbar die Grenze überschritten. Für Verbraucher in Deutschland und Österreich gilt: Packung prüfen, betroffene Ware zurückgeben, unbesorgt weiteressen. Die Behörden haben schnell reagiert, der Hersteller kooperiert. Für Eltern von Kleinkindern ist die Botschaft klar: Keine ungeprüften Amarettini mehr kaufen, bevor die Charge nicht auf der Rückseite kontrolliert wurde – oder lieber gleich zu einer anderen Mandelkeksmarke greifen, die nachweislich nicht vom Rückruf betroffen ist.

Häufig gestellte Fragen

Wie wird Blausäure in Keksen nachgewiesen?

In speziellen Laboren wird die Cyanidkonzentration mittels HPLC (Hochleistungsflüssigchromatographie) oder enzymatischen Tests bestimmt. Die übliche Nachweisgrenze liegt im Bereich weniger Milligramm pro Kilogramm.

Wie lagere ich Amaretti richtig?

Amaretti sollten trocken, kühl und luftdicht aufbewahrt werden – am besten in einer Dose oder einem verschlossenen Glas. So bleiben sie knusprig und verlieren nicht an Aroma.

Kann ich Amaretti selbst backen und das Risiko vermeiden?

Ja, mit süßen Mandeln (ohne bittere Mandeln) und einem Verhältnis von max. 1–2 % bitteren Mandeln bleibt der Blausäuregehalt unbedenklich. Fertige Rezepte verwenden oft nur süße Mandeln plus Aroma.

Gibt es Mandelkekse ohne Blausäure?

Nein, Blausäure entsteht aus Amygdalin, das in jeder Mandel – auch in süßen – in Spuren vorkommt. Die Mengen sind bei normalem Verzehr gesundheitlich irrelevant.

Was ist der Unterschied zwischen Amaretti und Amarettini?

Amaretti sind die klassischen, eher weichen Makronen – Amarettini sind die kleineren, knusprigeren Varianten, oft mit einer dünnen Zuckerkruste.

Ist Blausäure in allen Mandelgebäcken enthalten?

Ja, aber in sehr geringen Konzentrationen. Die EU hat Grenzwerte festgelegt (z. B. 20 mg/kg für ganze bittere Mandeln). Bei normalen Amaretti aus süßen Mandeln liegen die Werte weit darunter.

Wie hoch ist die tolerierbare Tagesdosis Blausäure?

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gibt eine akute Referenzdosis von 20 µg pro kg Körpergewicht an. Für ein Kind mit 20 kg wären das 0,4 mg – eine Menge, die selbst bei mehreren Keksen nicht erreicht wird, solange die Ware unbedenklich ist.