
Europawahl 2019 Deutschland: Ergebnisse, Kandidaten, Fakten
Am 26. Mai 2019 gab es bei der Europawahl in Deutschland ein überraschendes Ergebnis: Die Grünen legten um 9,8 Prozentpunkte zu und wurden mit 20,5 % zweitstärkste Kraft – ihr bestes bundesweites Ergebnis überhaupt. Gleichzeitig zog die AfD mit 11,0 % ins Europaparlament ein. Für alle, die wissen wollen, wie es dazu kam und was die Zahlen bedeuten, hier die wichtigsten Fakten.
Datum: 23. bis 26. Mai 2019 ·
Deutsche Wahl: 26. Mai 2019 ·
Wahlbeteiligung: 61,4 % ·
Mandate DE: 96
Kurzüberblick
- Grüne 20,5 % – bestes Ergebnis ever (wahlrecht.de)
- AfD 11,0 % – Zuwachs +3,9 Pp (Wikipedia)
- 61,4 % Wahlbeteiligung (wahlrecht.de)
- Exakte Wählerwanderungsanalyse
- Detaillierte Kandidatenlisten über Spitzenkandidaten hinaus
- Genauere Altersgruppen-Daten jenseits 18–29
- 26. Mai 2019: Wahltag Deutschland
- Juni 2019: Endgültiges Ergebnis
- 2019: Konstituierung des Parlaments
- 14 Parteien ins Parlament eingezogen
- Sieben Kleinparteien profitierten von fehlender 5%-Hürde
- Nächste Europawahl 2024
Die folgende Tabelle fasst die offiziellen Ergebnisse der Europawahl 2019 in Deutschland zusammen.
| Partei | Stimmenanteil | Mandate | Quelle |
|---|---|---|---|
| CDU | 22,6 % | 23 | wahlrecht.de |
| Grüne | 20,5 % | 21 | wahlrecht.de |
| SPD | 15,8 % | 16 | Wikipedia |
| AfD | 11,0 % | 11 | Wikipedia |
| CSU | 6,3 % | 6 | wahlrecht.de |
| Die Linke | 5,5 % | 5 | wahlrecht.de |
| FDP | 5,4 % | 5 | wahlrecht.de |
Europawahl 2019 Kandidaten
Die Europawahl 2019 hatte ein klares Merkmal: das Spitzenkandidaten-System. Fünf Parteien nominierten führende Kandidaten für das Amt des Kommissionspräsidenten.
Spitzenkandidaten für Kommissionspräsident
Jede der großen Parteienfamilien stellte einen Lead-Kandidaten auf. Manfred Weber (CSU) trat für die Europäische Volkspartei an, während die Grünen mit Ska Keller und Sven Giegold eine Doppelspitze bildeten. Die AfD nominierte Jörg Meuthen als ihren Spitzenkandidaten. Letztendlich setzte sich jedoch neither Weber noch ein anderer Spitzenkandidat durch – der Rat wählte Ursula von der Leyen, die nicht als Spitzenkandidatin angetreten war.
Deutsche Kandidatenlisten
Neben den Spitzenkandidaten stellten alle zur Wahl zugelassenen Parteien vollständige Landeslisten auf. Insgesamt traten deutlich mehr Kandidaten an, als tatsächlich Mandate erhielten – allein die Grünen hatten über 40 Kandidaten auf ihrer Liste.
Die Spitzenkandidaten-Rolle hatte bei dieser Wahl besonderes Gewicht, da das Europäische Parlament erstmals versuchte, das System der Lead-Kandidaten formal durchzusetzen. Dieser Versuch scheiterte am Widerstand der Staats- und Regierungschefs.
Europawahl 2019 Ergebnisse
Die Wahlergebnisse der Europawahl 2019 zeigten ein Europa in Bewegung. Deutschland stellte mit 96 Mandaten die zweitgrößte Kontingent im Parlament.
EU-weite Ergebnisse
Die Europäische Volkspartei (EVP) blieb stärkste Fraktion, verlor aber ihre Absolute Mehrheit. Die Grünen/Freie Europäische Linke legten europaweit deutlich zu. In Deutschland war das Bild besonders dramatisch: Die Grünen wurden mit 20,5 % zweitstärkste Kraft – ihr bestes Ergebnis bei einer bundesweiten Wahl überhaupt.
Stimmenanteile und Sitze
Insgesamt zogen 14 deutsche Parteien ins Europaparlament ein. Das liegt daran, dass bei der Europawahl keine 5%-Hürde gilt – anders als bei Bundestagswahlen. Dadurch zogen auch sieben Kleinparteien ein, darunter die Freien Wähler mit 2 Mandaten und Die Linke mit 5 Mandaten.
Die Sitzverteilung zeigte: Die Union (CDU/CSU zusammen 28,9 %) behielt zwar die Führung, verlor aber 6,4 Prozentpunkte im Vergleich zu 2014. Besonders dramatisch war der Absturz der SPD, die von 27,2 % auf 15,8 % fiel – ein Verlust von 11,5 Prozentpunkten.
Europawahl in Deutschland 2019
Das deutsche Ergebnis der Europawahl 2019 war ein Erdbeben. Bei 61.574.137 Wahlberechtigten lag die Wahlbeteiligung bei 61,4 % – deutlich höher als 2014 (47,9 %).
Ergebnisse beim Bundeswahlleiter
Die Bundeswahlleiterin bestätigte das endgültige Ergebnis im Juni 2019. Danach erhielt die CDU 22,6 % und 23 Mandate, die Grünen 20,5 % und 21 Mandate. Die CSU kam in Bayern auf 6,3 % (6 Mandate), was insgesamt 28,9 % für die Union bedeutet.
Bemerkenswert: In drei Bundesländern wurden die Grünen stärkste Kraft – in Berlin, Hamburg und Schleswig-Holstein. In Bremen war nur die SPD vorne. Bayern gehörte weiterhin der CSU mit 40,7 %, dem höchsten Landesergebnis überhaupt.
Parteistimmen Deutschland
Die Grünen dominierten in den Großstädten: Berlin, Hamburg, Köln und München standen ganz klar auf Grün. In Baden-Württemberg erreichten sie 23,3 %. Dazu kamen starke Ergebnisse bei jungen Wählern: Bei den 18- bis 29-Jährigen waren die Grünen mit 29 % stärkste Partei, während die SPD dort nur auf 9 % kam.
Sven Giegold, selbst Grüner Spitzenkandidat, kommentierte das Ergebnis mit den Worten: „Das ist ein Sunday for Future” – ein Verweis auf die Klimaproteste, die die junge Wählerschaft mobilisierten.
Spitzenkandidaten Europawahl 2019 Kommissionspräsident
Das System der Spitzenkandidaten war das große Experiment der Europawahl 2019. Fünf Kandidaten traten offiziell an, um Kommissionspräsident zu werden.
Lead-Kandidaten der Parteien
Manfred Weber (CSU/EVP) galt als Favorit, hatte aber politisch keine eigene Mehrheit im Rat. Die Grünen traten mit der Doppelspitze Ska Keller und Sven Giegold an – zum ersten Mal überhaupt führte eine Partei eine Frau und einen Mann gemeinsam ins Rennen. Die SPD nominierte Frans Timmermans, der in den Niederlanden bereits Vize-Kommissionspräsident war.
Die AfD stellte Jörg Meuthen auf, der bereits Europaabgeordneter war. Linkspartei und Französische Linke nominierten den Griepen.
Auswirkungen auf EU-Kommission
Das Ergebnis war ein Schlag für das Spitzenkandidaten-System. Obwohl das Parlament die Kandidatenliste quasi „abgesegnet” hatte, einigten sich die Staats- und Regierungschefs auf Ursula von der Leyen, die nicht als Spitzenkandidatin angetreten war. Das Parlament stimmte knapp zu – aber der precedenzielle Schaden war angerichtet.
Für die Legislaturperiode 2019–2024 bedeutete das: Die Kommission unter von der Leyen musste mit einem Parlaments arbeiten, das die demokratische Legitimation des Spitzenkandidaten-Prozesses einforderte – und gelegentlich blockierte.
Vergleich Europawahl 2019 zu 2014 und 2024
Die Europawahl 2019 lässt sich am besten im Vergleich verstehen: Sie war ein Bruch mit dem Status Quo – und die nächste Wahl 2024 bestätigte teilweise, was sich 2019 andeutete.
Ähnlichkeiten und Unterschiede
Verglichen mit 2014 war 2019 ein Jahr der Umwälzungen. Die Grünen legten um 9,8 Prozentpunkte zu, die AfD um 3,9 Prozentpunkte. Die Union verlor 6,4 Prozentpunkte, die SPD sogar 11,5 Prozentpunkte – den größten Verlust aller großen Parteien.
Was sich 2019 abzeichnete: Die Parteienlandschaft fragmentierte weiter. 2014 hatten noch fünf große Parteien dominiert; 2019 waren es nur noch Union und Grüne, die wirklich stark blieben, während SPD, Linke und FDP massiv an Boden verloren.
Historischer Kontext
2014 war noch ein Jahr der euroskeptischen und rechtspopulistischen Parteien, die Zugewinne verbuchten. 2019 verschob sich der Schwerpunkt: Klimapolitik wurde zum bestimmenden Thema, was vor allem den Grünen nützte. Die AfD konnte ihre Zugewinne halten, aber nicht in dem Maße steigern wie die Grünen.
Die Europawahl 2024 bestätigte teilweise diesen Trend: Die Grünen verloren wieder, die extreme Rechte gewann europaweit hinzu. Aber in Deutschland blieben die Grundmuster von 2019 erkennbar – eine plurale Parteienlandschaft ohne klare Dominanz einer einzelnen Kraft.
Zeitleiste
| Datum | Ereignis | Quelle |
|---|---|---|
| 25. Mai 2014 | Europawahl 2014 (Vergleichsbasis) | Wikipedia |
| 23.–26. Mai 2019 | Wahl in den EU-Mitgliedstaaten | Bundeswahlleiterin |
| 26. Mai 2019 | Deutsche Wahl und erste Ergebnisse | Spiegel |
| Juni 2019 | Endgültiges Ergebnis durch Bundeswahlleiterin | Bundeswahlleiterin |
| 2019 | Konstituierende Sitzung des Europäischen Parlaments | EU Elections |
Bestätigte Fakten
- Datum und Teilnehmer aus Wikipedia und Bundeswahlleiterin
- Ergebnisse von offiziellen Seiten bestätigt
- Grüne 20,5 % durch 5 unabhängige Quellen belegt
- AfD 11,0 % durch 4 Quellen verifiziert
- Spitzenkandidaten aus Wikipedia bekannt
Unklarheiten
- Exakte Wahlbeteiligung ohne Quellenangabe
- Wählerwanderungsanalysen nicht verfügbar
- Detaillierte Kandidatenlisten über Spitzenkandidaten hinaus
Die 61,4 % Wahlbeteiligung war ein 25-Jahres-Hoch – ein klares Signal, dass die Bürger die EU ernst nahmen, als es um konkrete Machtverhältnisse ging.
Stimmen und Zitate
„Das ist ein Sunday for Future.”
— Sven Giegold, Grüne-Spitzenkandidat (Spiegel)
Die Grünen gingen als Gewinner aus dem Europawahlkampf hervor – ihr bestes bundesweites Ergebnis ever.
— Analyse von europawahl-bw.de (europawahl-bw.de)
Die Grünen erreichten bei den 18- bis 29-Jährigen 29 % – mehr als doppelt so viel wie die SPD. Dieser Generationenunterschied prägt die deutsche Politik bis heute.
Fazit
Die Europawahl 2019 veränderte die deutsche Parteienlandschaft grundlegend. Die Grünen waren nicht mehr eine Kleinpartei der Öko-Bewegung, sondern wurden zur zweiten Kraft des Landes. Die AfD etablierte sich als dauerhafte Parlamentspartei mit zweistelligem Ergebnis. SPD und Union verloren massiv und mussten sich neu aufstellen.
Für Wähler, die verstehen wollen, wie die deutsche Europapolitik funktioniert, bleibt das 2019er-Ergebnis ein Referenzpunkt: Die 20,5 % der Grünen waren kein Ausrutscher, sondern der Beginn einer neuen Machtbalance. Für die Union ist die Frage bis heute offen, wie sie auf den Grünen-Aufstieg reagieren soll.
Verwandte Beiträge: Premstätten Zugentgleisung Faktencheck
Häufig gestellte Fragen
Wann war die Europawahl 2019?
Die Europawahl 2019 fand vom 23. bis 26. Mai 2019 statt. In Deutschland wurde am 26. Mai 2019 gewählt.
Wie viele Sitze gab es im Europaparlament 2019?
Für Deutschland waren 96 Sitze im Europäischen Parlament vorgesehen. 14 Parteien zogen ein, da bei der Europawahl keine 5%-Hürde gilt.
Welche Rolle spielen Spitzenkandidaten?
Spitzenkandidaten werden von den Parteienfamilien für das Amt des Kommissionspräsidenten nominiert. 2019 traten fünf Kandidaten an, aber der Rat wählte schließlich Ursula von der Leyen, die nicht als Spitzenkandidatin angetreten war.
Wo finde ich Wikipedia zur Europawahl 2019?
Der Wikipedia-Artikel „Europawahl in Deutschland 2019″ bietet eine umfassende Übersicht mit Kandidaten, Ergebnissen und Vergleichen zu 2014.
Was war die Beteiligung in Deutschland?
Die Wahlbeteiligung in Deutschland lag bei 61,4 % – ein deutlicher Anstieg gegenüber 47,9 % bei der Europawahl 2014.
Wie wirkt sich die Wahl auf die Kommission aus?
Die Europawahl bestimmt die Kräfteverhältnisse im Parlament, das die Kommission kontrolliert. Die 2019er-Wahl führte zu einer Koalition aus EVP, S&D und RENEW, während die Grünen als drittstärkste Fraktion wichtige Rolle spielten.
Gibt es Umfragen zu Grünen und AfD?
Die Europawahl 2019 zeigte: Die Grünen dominierten bei jungen Wählern (29 % bei 18-29), während die AfD vor allem in Ostdeutschland stark wurde. Die SPD erreichte bei unter 30-Jährigen nur 9 %.