Wien bereitet sich auf den 70. Eurovision Song Contest vor – doch die Vorfreude wird von einem beispiellosen Boykott überschattet. Fünf Länder boykottieren den Wettbewerb wegen der Teilnahme Israels, nur 35 Nationen treten an. Die Wiener Stadthalle wird vom 12. bis 16. Mai 2026 zum Mittelpunkt eines Musikfestivals, das ebenso sehr von Kontroversen wie von Musik geprägt sein dürfte.

Veranstaltungsort: Wiener Stadthalle, Wien · Finaltermin: 16. Mai 2026 · Semifinals: 12. und 14. Mai 2026 · Gastgeberland: Österreich · Broadcaster: Österreichischer Rundfunk (ORF)

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Finale Teilnehmerliste erst nach Halbfinals komplett
  • Genauer Umfang weiterer Boykottandrohungen
3Zeitleisten-Signal
  • Opening Ceremony: 10. Mai 2026, Rathausplatz (wien.info – ESC 2026 Wien)
  • Semifinale 1: 12. Mai · Semifinale 2: 14. Mai (wien.info – ESC 2026 Wien)
  • Eurovision Village: 10.–17. Mai 2026 (wien.info – ESC 2026 Wien)
4Wie es weitergeht

Die folgenden Eckdaten zeigen die Grundstruktur des 70. Eurovision Song Contest: 70 Austragungen, ein klarer Austragungsort und ein präziser Zeitrahmen.

Attribut Detail
Edition 70.
Land Österreich
Stadt Wien
Arena Wiener Stadthalle
Datum Finale 16. Mai 2026

Wer boykottiert den Eurovision Song Contest 2026?

Island, Irland, die Niederlande, Slowenien und Spanien boykottieren den ESC 2026 wegen der Teilnahme Israels (Börse Express – Rekord-Boykott). Das sind fünf Länder – so viele wie nie zuvor in der Geschichte des Wettbewerbs.

Slovenien, Irland und Spanien

Öffentlich-rechtliche Sender aus Spanien, Slowenien und Irland erklärten ihren Boykott unmittelbar nach dem Treffen der Europäischen Rundfunkunion (EBU) in Genf (FAZ – EBU-Treffen Boykotte). Die Niederlande schlossen sich wenig später an. Der isländische Sender RÚV begründete seinen Ausstieg unmissverständlich: Im Falle einer isländischen Teilnahme würden „weder Freude noch Frieden” herrschen (Spiegel – Island boykottiert).

Warum boykottieren diese Länder?

Das Vorgehen der israelischen Regierung im Gaza-Konflikt überschattet seit 2023 den ESC. Die EBU entschied, Israel nicht auszuschließen – eine Entscheidung, die eine tiefe Spaltung zwischen den Mitgliedssendern offenbart (n-tv – Österreich Position).

Aufrufe von über 1000 Künstlern

Mehr als 1000 Künstler und Künstlerinnen unterzeichneten einen offenen Brief, der einen Ausschluss Israels forderte. Der Aufruf verstärkte den Druck auf die öffentlich-rechtlichen Sender und trug zur Eskalation der Boykottbewegung bei. Bulgarien, Rumänien und Moldau kehrten hingegen nach früheren Boykott-Ankündigungen zum ESC 2026 zurück und bestätigten ihre Teilnahme (Blick – Teilnehmerliste).

Die Spaltung innerhalb der EBU ist damit offenkundig: Während einige Sender den politischen Konflikt über die Musik stellen, verteidigen andere den unpolitischen Charakter des Wettbewerbs.

Wo findet der nächste Eurovision Song Contest 2026 statt?

Der 70. Eurovision Song Contest findet vom 12. bis 16. Mai 2026 in der Wiener Stadthalle statt (Wikipedia – ESC 2026). Wien richtet damit zum dritten Mal den ESC aus – nach 1967 und 2015 (wien.info – ESC 2026 Wien).

Wiener Stadthalle in Wien

Die Wiener Stadthalle zählt zu den großen Veranstaltungshallen Europas und bietet Platz für über 16.000 Zuschauer. Der ORF gab am 20. August 2025 bekannt, dass der ESC 2026 in Wien stattfinden soll (Wikipedia – ESC 2026). Der ESC 2026 wird zum ersten Mal seit 2018 wieder in einer Hauptstadt ausgetragen.

Österreich als Gastgeberland

JJ (Johannes Pietsch) hatte den ESC 2025 in Basel mit dem Lied „Wasted Love” gewonnen und damit den Contest nach Österreich gebracht (Wikipedia – ESC 2026). Nach Udo Jürgens’ Sieg 1966 mit „Merci, Chérie” war die Wiener Hofburg 1967 der erste österreichische Austragungsort. 2014 sorgte der Auftritt von Conchita Wurst für Österreichs zweiten ESC-Sieg (wien.info – ESC 2026 Wien).

Wiens Bürgermeister Michael Ludwig zeigt wenig Verständnis für die Boykott-Ankündigungen und begrüßte Israels Teilnahme ausdrücklich (n-tv – Österreich Position). ORF-Intendant Roland Weißmann bedauerte den Boykott und sieht den ESC als Chance, das Verbindende vor das Trennende zu stellen.

„Wien ist stolz, zum dritten Mal Gastgeber des Eurovision Song Contest zu sein. Wir werden alles daran setzen, dass der Wettbewerb ein Erfolg wird – ungeachtet der Boykotte einzelner Länder.”

— Wiens Bürgermeister Michael Ludwig, zitiert nach n-tv.de

Wer moderiert den Song Contest 2026?

Die Moderation des ESC 2026 übernehmen Victoria Swarovski und Michael Ostrowski (wien.info – ESC 2026 Wien). Beide sind dem österreichischen Publikum aus der ORF-Berichterstattung bekannt.

Victoria Swarovski und Michael Ostrowski

Victoria Swarovski, geboren in Innsbruck, ist eine österreichische Moderatorin und Journalistin mit langjähriger Erfahrung im europäischen Fernsehen. Michael Ostrowski, geboren 1974 in Wien, ist ein österreichischer Schauspieler und Kabarettist, der auch als Moderator tätig ist. Gemeinsam bilden sie ein Duo, das die österreichische Perspektive auf den ESC 2026 prägen wird.

ORF-Moderatoren

Der ORF als gastgebender Sender wählte zwei Persönlichkeiten, die sowohl im deutschsprachigen Raum als auch international bekannt sind. Die Moderation des Eurovision Song Contest ist eine der prestigeträchtigsten Aufgaben im europäischen Fernsehen und eine große Verantwortung für das österreichische Team.

„Der ESC ist eine der größten Bühnen der Welt. Wir freuen uns, Wien und Österreich diesem internationalen Publikum präsentieren zu können.”

— ORF-Intendant Roland Weißmann, zitiert nach n-tv.de

Warum ist Irland nicht beim Eurovision 2026?

Irland boykottiert den ESC 2026 als eines von fünf Ländern wegen der Teilnahme Israels. Der öffentlich-rechtliche Sender RTE schloss sich der Boykottbewegung an, die nach dem EBU-Treffen in Genf Fahrt aufnahm (FAZ – EBU-Treffen Boykotte).

Boykott durch RTE

RTE begründete den Boykott mit der Entscheidung der EBU, Israel nicht vom Wettbewerb auszuschließen. Die britische und irische Debattenkultur zum Nahostkonflikt hat in den vergangenen Jahren an Schärfe zugenommen – der ESC wurde zum Schauplatz politischer Positionierungen.

Eurovision-Chef adressiert Irland

Der Eurovision-Chef der EBU soll Irland direkt adressiert haben, um eine Lösung im Dialog zu finden. Die Boykottankündigung stellt die EBU vor eine Zerreißprobe: Der Wettbewerb, der sich als unpolitisch versteht, wird zunehmend mit geopolitischen Konflikten konfrontiert.

Die Spaltung

Die Entscheidung der EBU für Israels Teilnahme offenbart eine tiefe Spaltung zwischen den Mitgliedssendern der Europäischen Rundfunkunion – mit direkten Auswirkungen auf die Teilnehmerzahlen und die öffentliche Wahrnehmung des Wettbewerbs.

Welche Länder boykottieren den Eurovision Song Contest 2026?

Fünf Länder boykottieren den ESC 2026: Island, Irland, die Niederlande, Slowenien und Spanien (Börse Express – Rekord-Boykott). Das ist die höchste Boykottzahl in der Geschichte des Wettbewerbs.

Irland, Spanien, Slowenien

Diese drei Länder kündigten ihren Boykott als erste an und begründeten ihn mit der Teilnahme Israels. Die Entscheidung wurde von mehreren Künstlern und Kulturinitiativen in diesen Ländern unterstützt.

Weitere Absetzungen

Die Niederlande und Island schlossen sich kurze Zeit später an. Der Boykott umfasst die Übertragung des Wettbewerbs im Fernsehen und online – die Sender verzichten vollständig auf die Berichterstattung. Island begründete seinen Ausstieg mit dem Statement, dass „im Falle einer isländischen Teilnahme weder Freude noch Frieden herrschen würden” (Spiegel – Island boykottiert).

Die Teilnehmerzahl sinkt dadurch auf 35 Nationen – so wenige wie seit über 20 Jahren nicht (Börse Express – Rekord-Boykott).

Bestätigt

  • Wiener Stadthalle, Wien, Österreich
  • Termine: 12/14/16 Mai 2026
  • Hosts: Victoria Swarovski, Michael Ostrowski
  • Fünf Länder boykottieren
  • 35 Nationen treten an

Unklar

  • Finale Teilnehmerliste
  • Genauer Boykott-Umfang weiterer Länder
  • Auswirkungen auf Quoten und Stimmung

15 Nationen treten in jedem der beiden Halbfinale am 12. und 14. Mai an (Blick – Teilnehmerliste). In Wien gibt es nur eine Big 4, die neben dem Austragungsland direkt fürs Finale gesetzt ist. Die Big 4 sind die größten Geldgeber des ESC: Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien.

Die Boykotte zeigen, dass der ESC seine Rolle als unpolitischer Musikwettbewerb nicht mehr uneingeschränkt erfüllen kann. Für Wien bedeutet das: Die wirtschaftliche Prognose von 52 Millionen Euro Wertschöpfung und 88.000 zusätzlichen Besuchern steht unter Vorbehalt (Börse Express – Rekord-Boykott).

Das Eurovision Village mit Public Viewing findet vom 10. bis 17. Mai 2026 auf dem Wiener Rathausplatz statt (wien.info – ESC 2026 Wien). Der Euro-Club als offizielle Partylocation findet vom 11. bis 16. Mai 2026 in der Praterdome statt. Jeder investierte Euro soll 1,70 Euro Rückfluss für Wien generieren.

Fazit: Der ESC 2026 in Wien ist geprägt von Rekord-Boykotten und politischen Spannungen. Fünf Länder fehlen, nur 35 Nationen treten an. Wien erwartet dennoch 88.000 Besucher und 52 Millionen Euro Wertschöpfung – ein Balanceakt zwischen wirtschaftlichem Erfolg und internationaler Kontroverse.

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Weitere Quellen

deutschlandfunk.de

Trotz des Boykotts von fünf Ländern wegen Israels bestätigten sich 35 Nationen für den Song Contest 2026 in Wien, Termine 12.-16. Mai in der Stadthalle.

Häufig gestellte Fragen

Wann ist der Eurovision Song Contest 2026 in Österreich?

Der ESC 2026 findet vom 12. bis 16. Mai 2026 statt. Das Erste Semifinale ist am 12. Mai, das Zweite am 14. Mai, das Finale am 16. Mai 2026. Alle Shows beginnen um 21:00 Uhr MESZ.

Song Contest 2026 – Karten und Preise?

Karten für den ESC 2026 in der Wiener Stadthalle werden über den offiziellen Ticketanbieter vertrieben. Die Wiener Stadthalle bietet Platz für über 16.000 Zuschauer. Die Preise variieren je nach Kategorie und Show.

Eurovision Song Contest 2026 – Teilnehmer aus Österreich?

Österreich ist als Gastgeber automatisch für das Finale am 16. Mai 2026 qualifiziert. Der österreichische Teilnehmer wird vom ORF in einem nationalen Vorentscheid oder internen Auswahlverfahren bestimmt.

Wo gibt es Song Contest 2026 Public Viewing?

Das Eurovision Village befindet sich vom 10. bis 17. Mai 2026 auf dem Wiener Rathausplatz und bietet Public Viewing für alle Shows. Der Euro-Club als offizielle Partylocation ist vom 11. bis 16. Mai 2026 in der Praterdome.

Ist die Eurovision Song Contest Tour 2026 abgesagt?

Eine Eurovision Song Contest Tour 2026 ist nicht offiziell angekündigt worden. Die Boykotte einiger Länder betreffen die TV-Übertragung, nicht den Wettbewerb selbst.

Eurovision Song Contest 2026 – Wie kann man teilnehmen?

Die Teilnahme am ESC ist auf öffentlich-rechtliche Sender beschränkt, die Mitglieder der Europäischen Rundfunkunion (EBU) sind. Interessierte Künstler bewerben sich bei ihrem nationalen Sender.