
Deichmann: Filialschließungen, Sale & Rückgabe – Infos
Onygo, die junge Schuhkette unter dem Dach von Deichmann, hat in wenigen Jahren einen steilen Aufstieg und einen bitteren Absturz erlebt. Was als Hoffnungsträger für modebewusste Frauen startete, endete mit Insolvenz und endgültiger Schließung. Doch während Onygo die Schlagzeilen beherrschte, brodelte es beim Marktführer selbst: Rabatte bis 50 %, ein Mega-Ausverkauf und ein überraschender Markenrechte-Kauf – was steckt hinter den Bewegungen von Deutschlands größtem Schuhhändler?
Hauptsitz: Essen · Onygo-Filialen schließen: 28 Stück · Ausverkauf-Filialen: 135 Stück · Größter Schuhhändler: 2024 · Markenrechte erworben: Esprit
Kurzüberblick
- 28 Onygo-Filialen schließen (Thomas Daily)
- Esprit-Markenrechte erworben (Chip.de)
- Exakte Dauer der 50%- und 20%-Aktionen
- Genauer Grund für Schwierigkeiten
- Insolvenz: 22. April 2024
- Endgültige Schließung: April 2025
- Deichmann fokussiert auf Kernmarke
- Esprit-Integration in Sortiment
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Unternehmensdaten zu Deichmann und der Onygo-Krise zusammen.
| Kategorie | Details |
|---|---|
| Konzern | Deichmann SE |
| Sitz | Essen, Deutschland |
| Geschäftsfeld | Schuhhandel |
| Aktuelle News | Onygo-Schließungen |
| Marken | Esprit-Rechte erworben |
Warum schließt DEICHMANN seine Filialen?
Onygo-Filialen
Onygo wurde 2016 als Deichmann-Tochter mit 28 Shops deutschlandweit gestartet, um junge Frauen mit Sneakern und Mode anzusprechen. Doch das Geschäftsmodell war langfristig nicht wirtschaftlich zu betreiben. Im Herbst 2023 kündigte Deichmann das Aus für Onygo an, Ende August 2023 fiel die interne Entscheidung. Deichmann entschied, alle 28 Onygo-Filialen zu schließen – etwa 280 Mitarbeiter waren betroffen.
Nach der Deichmann-Entscheidung übernahm Frank Revermann, ehemals bei Görtz, das angeschlagene Unternehmen im Frühjahr 2024. Sein Ziel war es, durch Restrukturierung so viele Standorte wie möglich zu erhalten. Doch es gelang nicht: Am 22. April 2024 stellte Onygo Insolvenz in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Hamburg. Zu diesem Zeitpunkt betrieb das Unternehmen noch 23 Filialen mit 150 Mitarbeitern.
Trotz intensiver Verhandlungen mit Vermietern und Lieferanten – die erhebliche Zugeständnisse machten – fand sich kein neuer Investor. Geschäftsführer Frank Revermann bestätigte das Scheitern: „Das Management von Onygo sah sich trotz der bislang erfolgreich umgesetzten Restrukturierungsmaßnahmen nach intensiver Abwägung der Gesamtumstände dazu veranlasst, den Geschäftsbetrieb kurzfristig einzustellen.”
Von den 23 verbliebenen Filialen schlossen bereits 13 Türen endgültig, 10 weitere folgten bis April 2025. Der Hauptgrund: massive Konsumzurückhaltung im Schuhsegment.
Deichmann seinerseits hat die Onygo-Episode abgeschlossen und konzentriert sich auf seine Kernmarke. Die Schließungen erfolgten geordnet, um die Interessen aller Beteiligten zu wahren.
Ausverkauf in 135 Filialen
Parallel zu den Onygo-Schließungen läuft bei Deichmann ein massiver Ausverkauf: In 135 Filialen gilt die Aktion „Alles muss raus”. Bis zu 50 % Rabatt werden auf ausgewählte Artikel gewährt, zusätzlich gibt es 20 % auf Top-Marken wie adidas und Nike.
Die genauen Laufzeiten der Aktionen sind offiziell nicht kommuniziert. Branchenbeobachter vermuten, dass der Ausverkauf im Zusammenhang mit Sortimentsbereinigungen steht – möglicherweise als Vorbereitung auf die Integration der Esprit-Markenrechte.
Schnäppchenjäger sollten die Rabatte nutzen, bevor der Vorrat erschöpft ist. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte die Aktionen regelmäßig im Auge behalten.
Ist Deichmann in Schwierigkeiten?
Finanzielle Lage
Die Onygo-Schließungen und der laufende Ausverkauf könnten Fragen aufwerfen: Geht es Deichmann schlecht? Die Antwort ist differenziert. Onygo war ein Testballon außerhalb des Kerngeschäfts – dessen Scheitern bedeutet nicht zwangsläufig Probleme beim Mutterkonzern.
Deichmann bleibt Deutschlands größter Schuhhändler (Stand 2024) mit tausenden Filialen im In- und Ausland. Investitionen während der Corona-Pandemie halfen langfristig nicht, die Rentabilität von Onygo zu sichern – doch das betrifft eine Tochtermarke, nicht den Gesamtkonzern.
Ein Signal der Stärke ist hingegen der jüngste Kauf der Esprit-Markenrechte. Statt sich aus dem Markt zurückzuziehen, investiert Deichmann gezielt in neue Markenidentitäten.
Deichmann zeigt mit dem Esprit-Kauf, dass man nicht in der Defensive ist. Die Strategie zielt auf Markenerweiterung ab – ein klares Zeichen, dass der Konzern handlungsfähig bleibt.
Strategische Entscheidungen
Der Esprit-Deal ist strategisch bedeutsam: Deichmann hat die Markenrechte erworben, um das eigene Sortiment aufzuwerten. Esprit stand lange für erschwingliche, modebewusste Mode – ein Segment, das Deichmann mit dem Sneaker-Trend und jungen Zielgruppen verbinden möchte.
Für die Branche ist der Deal ein Hinweis: Die Konsumzurückhaltung trifft insbesondere spezialisierte Ketten wie Onygo hart, während etablierte Marken mit breitem Sortiment widerstandsfähiger bleiben. Deichmann setzt auf Größenvorteile und Markenpower.
Kann man bei Deichmann Schuhe zurückgeben?
Getragene Schuhe
Eine häufige Frage: Was passiert, wenn Schuhe bereits getragen wurden? Grundsätzlich gilt bei Deichmann: Neuwertige, ungetragene Ware kann innerhalb von 30 Tagen zurückgegeben werden. Bei getragenen Schuhen wird es schwieriger – es sei denn, es liegt ein Mangel vor.
Wer also beim Kauf eine falsche Größe wählt oder nach dem Anprobieren feststellt, dass die Schuhe nicht passen, sollte diese nicht länger als zum Antesten tragen. Bei sichtbaren Gebrauchsspuren kann Deichmann die Rücknahme verweigern.
Retoure & Rückerstattung
Für Online-Bestellungen bietet Deichmann ein 30-tägiges Rückgaberecht. Die Rückerstattung erfolgt auf die ursprüngliche Zahlungsart. In der Filiale gilt: Barzahlung wird bar erstattet, Kartenzahlung auf dieselbe Karte.
Wichtig: Bei reduzierter Ware (Sale) können abweichende Bedingungen gelten. Die genauen Konditionen sollten vor dem Kauf erfragt oder in den Filial-Informationen nachgelesen werden.
Wer auf Nummer sicher gehen will: Schuhe auf weichem Untergrund anprobieren, die Originalverpackung aufheben und den Kassenbon digital oder physisch aufbewahren.
Wie lange gelten die Aktionen bei DEICHMANN?
50% Rabatt
Der 50%-Rabbatt bei Deichmann ist Teil des laufenden Ausverkaufs in 135 Filialen. Die Aktion „Alles muss raus” läuft so lange, bis der Vorrat erschöpft ist – ein konkretes Enddatum wird offiziell nicht genannt.
Für Verbraucher bedeutet das: Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte zeitnah zugreifen. Es gibt keine Garantie, dass alle Größen und Modelle bis zum Ende verfügbar bleiben.
20% Aktion
Zusätzlich zum 50%-Ausverkauf bietet Deichmann 20% Rabatt auf Top-Marken wie adidas und Nike. Diese Aktion scheint – nach ersten Beobachtungen – ebenfalls an keine festgelegte Frist gebunden, sondern an den Vorrat.
Kombinationen beider Aktionen sind nach bisherigen Informationen nicht möglich. Wer beide Rabatte nutzen möchte, muss entsprechende Artikel aus den getrennten Aktionsbereichen wählen.
Die genauen Aktionsbedingungen und mögliche Einschränkungen sollte man vor Ort oder im Online-Shop prüfen – die Konditionen können sich ändern.
Wo produziert Deichmann seine Schuhe?
Produktionsstandorte
Deichmann produziert den Großteil seiner Schuhe in Asien – insbesondere in Vietnam, China und Indonesien. Daneben gibt es Produktionskapazitäten in Europa, darunter Werke in Portugal und Ungarn. Der Konzern arbeitet mit einer Vielzahl von Zulieferern zusammen, um die großen Stückzahlen zu bewältigen.
Die genauen Produktionsanteile je Region sind nicht öffentlich im Detail bekannt. Bekannt ist, dass Deichmann als einer der größten Schuhhändler Europas auf ein globales Lieferantennetzwerk angewiesen ist.
Nachhaltigkeit
Im Bereich Nachhaltigkeit hat Deichmann in den letzten Jahren Fortschritte angestrebt. Das Unternehmen kommuniziert Initiativen zu verantwortungsvolleren Produktionsbedingungen und reduzierten Umweltauswirkungen. Konkrete Zwischenziele und Kennzahlen werden auf der Unternehmenswebsite thematisiert.
Kritische Beobachter weisen darauf hin, dass die Branche insgesamt vor Herausforderungen steht: Die Balance zwischen Preis, Qualität und Nachhaltigkeit ist komplex. Deichmann investiert nach eigenen Angaben in Zertifizierungen und Partnerschaften mit Organisationen, die auf Sozial- und Umweltstandards achten.
Chronologie: Onygo und Deichmann
Bestätigt und ungewiss: Was wir wissen
Bestätigte Fakten
- 28 Onygo-Filialen schließen unter Deichmann-Planung
- Esprit-Markenrechte von Deichmann erworben
- Insolvenz eröffnet am 22. April 2024
- Frank Revermann bestätigte Scheitern nach Restrukturierung
Was noch unklar ist
- Exakte Dauer der 50%-Aktion
- Exakte Dauer der 20%-Aktion
- Genauer wirtschaftlicher Zustand von Deichmann
- Details zur Esprit-Integration ins Sortiment
Stimmen zum Thema
Das Management von Onygo sah sich trotz der bislang erfolgreich umgesetzten Restrukturierungsmaßnahmen nach intensiver Abwägung der Gesamtumstände dazu veranlasst, den Geschäftsbetrieb kurzfristig einzustellen.
Frank Revermann, Geschäftsführer Onygo (Exxpress.at)
Als zentralen Grund für das Scheitern nannte Revermann die massive Konsumzurückhaltung im Segment Schuhe.
Frank Revermann, Geschäftsführer Onygo (FashionNetwork Deutschland)
Primäres Ziel sei es, so viele Arbeitsplätze und Standorte wie möglich zu erhalten.
Frank Revermann, Geschäftsführer Onygo (FashionNetwork Deutschland)
Deichmann hat mit dem Ende von Onygo ein Kapitel abgeschlossen, das nie profitabel wurde. Die Schließung von 28 Filialen und der gescheiterte Sanierungsversuch unter Frank Revermann zeigen, wie hart der Markt für spezialisierte Schuhketten geworden ist. Gleichzeitig sendet der Konzern mit dem Esprit-Kauf ein klares Signal: Man investiert, statt sich zurückzuziehen.
Für Verbraucher bedeutet das konkret: Rabatte gibt es jetzt, die Sortimentsaufwertung durch Esprit kommt möglicherweise später. Wer Schnäppchen sucht, sollte den laufenden Ausverkauf nutzen – solange der Vorrat reicht.
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Während Deichmann Filialen schließt und massiv ausverkauft, locken Modelle wie der Birkenstock Madrid Big Buckle Birkenstock Madrid Big Buckle mit ähnlichen Sale-Rabatten.
Häufig gestellte Fragen
Welche Sneakermarke gehört zu Deichmann?
Deichmann führt Sneaker verschiedener Marken, darunter adidas, Nike und Eigenmarken. Mit dem Erwerb der Esprit-Markenrechte könnten künftig weitere Sneaker-Modelle hinzukommen.
Wer hat Deichmann übernommen?
Deichmann ist ein Familienunternehmen in Familienbesitz und wurde nie von einem externen Investor übernommen. Die Deichmann-Familie hält nach wie vor die Mehrheit am Konzern.
Gibt es Deichmann-Filialen in Deutschland?
Ja, Deichmann betreibt Hunderte Filialen in Deutschland. Der Konzern ist Marktführer im deutschen Schuhhandel und in nahezu jedem größeren Stadtteil vertreten.
Wie funktioniert der Deichmann Online-Shop?
Der Online-Shop bietet das vollständige Sortiment mit Versand nach Hause. Online-Bestellungen können innerhalb von 30 Tagen zurückgegeben werden – sowohl per Post als auch in der Filiale.
Welche Damen-Schuhe bietet Deichmann an?
Das Sortiment umfasst Damenschuhe aller Art: Sneaker, Stiefel, Pumps, Ballerinas, Sandalen und mehr. Marken wie Tamaris, Caprice und Marco Polo gehören zum Angebot.
Welche Karrieremöglichkeiten gibt es bei Deichmann?
Deichmann bietet Stellen in Filialen, im Logistikbereich und in der Zentrale in Essen. Karrieremöglichkeiten reichen vom Verkauf bis zu kaufmännischen und logistischen Rollen.