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Toys R Us – Gibt es noch Filialen in Deutschland?

Henry William Howard Clarke • 2026-04-10 • Gepruft von Daniel Becker

Gibt es Toys R Us noch?

Toys R Us gehört zu den bekanntesten Spielwarenketten der Welt. Doch nach Jahrzehnten des Erfolgs musste das Unternehmen einen dramatischen Absturz hinnehmen. Die einstige Weltmarke mit tausenden Filialen ist in weiten Teilen verschwunden – und doch existiert die Marke an anderen Orten weiter. Dieser Artikel beleuchtet den aktuellen Status, die Geschichte und die Zukunftsperspektiven.

Seit 2019 gibt es keine Toys-R-Us-Filialen in Deutschland, Österreich oder der Schweiz mehr. Sämtliche Geschäfte im deutschsprachigen Raum wurden damals geschlossen oder gingen an den irischen Spielwarenhändler Smyths Toys über. In den Vereinigten Staaten hingegen startete die Marke einen Comeback-Versuch mit neuen Konzeptfilialen und Partnerschaften mit großen Einzelhändlern. Der aktuelle Eigentümer der Marke ist das Unternehmen WHP Global, das die Rechte 2021 erwarb.

Für Verbraucher in Deutschland stellt sich daher die Frage, wo sie heute Spielzeug kaufen können, das früher bei Toys R Us erhältlich war. Die Antwort liegt vor allem bei Smyths Toys, das zahlreiche ehemalige Toys-R-Us-Standorte übernahm und weiterführt. Online-Bestellungen im klassischen Toys-R-Us-Shop sind aus Deutschland heraus nicht mehr möglich.

📍 Status Deutschland

Alle Filialen seit 2019 geschlossen. Keine eigene Insolvenz in Deutschland.

🌍 Status weltweit

USA-Pop-ups seit 2021, neue Filialen in Planung. Marke gehört zu WHP Global.

📅 Gegründet

1948 in den USA von Charles Lazarus als Kinderwagenverleih.

⚠️ Insolvenz

September 2017 in den USA, 2019 in weiten Teilen Europas.

Wichtige Fakten zu Toys R Us

  • In Deutschland betrieb die Kette rund 66 Filialen, die allesamt geschlossen oder verkauft wurden.
  • Weltweit beschäftigte Toys R Us in seiner Blütezeit etwa 64.000 Mitarbeiter.
  • Der letzte Versuch eines Comebacks in Europa ist bislang weder angekündigt noch bestätigt.
  • Der Online-Handel, insbesondere Amazon, gilt als einer der Hauptschuldigen am Niedergang.
  • Eine eigene Insolvenz der deutschen Gesellschaft gab es nicht.
  • Die Marke Toys R Us existiert als eingetragenes Warenzeichen weiterhin.
  • Smyths Toys führt heute viele der ehemaligen deutschen Standorte unter eigenem Namen weiter.
Fakt Details
Gründung 1948, USA
Höchststand Rund 1.800 Filialen weltweit
Insolvenz September 2017 (USA), 2018/2019 (weltweit)
Deutsche Filialen ca. 66, alle geschlossen oder verkauft
Aktueller Eigentümer WHP Global
Umsatz 2017 ca. 11 Milliarden USD
Nachfolger in D/A/CH Smyths Toys

Was ist mit Toys R Us passiert?

Die Geschichte von Toys R Us ist eine Geschichte von rasantem Aufstieg und tiefem Fall. Gegründet 1948 in Washington, D.C., durch Charles Lazarus, der zunächst Kinderwagen reparierte und dann ein Geschäft daraus machte, wuchs die Kette über Jahrzehnte zu einem der größten Spielzeughändler der Welt heran. In den 1980er Jahren expandierte das Unternehmen nach Europa und eröffnete auch erste Filialen in Deutschland. Der Höhepunkt war um die Jahrtausendwende erreicht, als Toys R Us weltweit rund 1.800 Geschäfte betrieb und auf einen geschätzten Unternehmenswert von 12 Milliarden Dollar kam.

Der Schuldenberg und der Verkauf an Investoren

Der Beginn der Probleme lässt sich auf das Jahr 2005 datieren. Damals wurde Toys R Us für 7,5 Milliarden Dollar an die Investmentgesellschaften Bain Capital und KKR verkauft. Dieser Leveraged Buyout – also ein Übernahme, die überwiegend mit Fremdkapital finanziert wurde – belastete das Unternehmen mit einer enormen Schuldenlast. Die jährlichen Zins- und Tilgungszahlungen fraßen enorme Mittel, die eigentlich für Investitionen in die Modernisierung des stationären Geschäfts hätten verwendet werden müssen.

Die Investorengruppe trennte sich anschließend von mehreren profitablen Geschäftsbereichen, darunter der Online-Ableger und das Immobilienportfolio. Diese Maßnahmen stabilisierten kurzfristig die Bilanz, schwächten das Unternehmen jedoch langfristig. Ab 2013 erwirtschaftete Toys R Us keine Gewinne mehr. Der wachsende Online-Handel, insbesondere durch Plattformen wie Amazon, traf den stationären Spielwareneinzelhandel mit voller Wucht.

Wichtiger Hinweis

Toys R Us war nie selbst insolvent in Deutschland. Die europäischen Gesellschaften blieben zunächst operativ unabhängig vom US-Konzern und wurden erst durch den Druck des Mutterkonzerns verkauft oder geschlossen.

Die Insolvenz in den USA und die Schließungen

Am 18. September 2017 meldete die amerikanische Muttergesellschaft Insolvenz nach Chapter 11 an. Ausschlaggebend waren die massive Verschuldung, die sinkenden Umsätze und der Margendruck durch den Online-Handel. Ein Sanierungsversuch unter CEO David Brandon scheiterte. Brandon kritisierte in der Folge öffentlich sowohl Lieferanten als auch Kunden, die dem Unternehmen in der Krise den Rücken kehrten und damit die Situation verschärften.

Bis März 2018 wurden sämtliche 800 US-Filialen geschlossen. In Großbritannien folgten rund 100 weitere Stores. Am 29. Juni 2018 löste sich die alte Firma offiziell auf. Insgesamt waren rund 64.000 Arbeitsplätze betroffen. Die Bildsprache der leeren, verwaisten Filialen ging damals um die Welt und wurde zu einem Symbol für den Niedergang des klassischen Einzelhandels.

Plant Toys R Us ein Comeback?

Die Marke Toys R Us ist trotz des Niedergangs nicht vollständig verschwunden. Im Jahr 2021 erwarb WHP Global, eine in New York ansässige Markenplattform, die internationalen Rechte an der Marke Toys R Us. Unter der Führung des neuen Eigentümers wurden Comeback-Strategien entwickelt, die zunächst auf den US-Markt fokussierten. Der damalige CEO von Tru Kids, Richard Barry, kündigte ein neues Filialkonzept an, das interaktive Erlebniswelten mit Spielplatz-Elementen in New Jersey und Houston verbinden sollte.

Die Situation in Deutschland, Österreich und der Schweiz

In Europa verlief die Entwicklung deutlich anders als in den USA. Toys R Us Deutschland, das rund 66 Filialen betrieb und für die Online-Shops in Deutschland, Österreich und den Niederlanden zuständig war, ging nicht in eine eigene Insolvenz. Stattdessen wurde das als profitabel geltende Geschäft im deutschsprachigen Raum an den irischen Spielwarenhändler Smyths Toys verkauft. Smyths Toys übernahm die Filialen und führte sie unter eigenem Namen weiter.

Die Stores und Online-Shops blieben während des gesamten Übergangs betriebsbereit, sodass Kunden nahtlos weiter einkaufen konnten. Diese Übernahme sicherte in Deutschland, Österreich und der Schweiz die Versorgung mit Spielzeug in großen Flächenformaten, die andernfalls weggefallen wäre. Ein eigenständiges Comeback von Toys R Us in diesen Märkten ist bislang weder angekündigt noch durch Quellen belegt. Die Stores und Online-Shops blieben während des gesamten Übergangs betriebsbereit, sodass Kunden nahtlos weiter einkaufen konnten, und für Kunden, die sich für Angebote interessieren, ist Amazon Prime Cyber Monday 2025 eine gute Anlaufstelle.

Marktperspektive

Für Verbraucher in Deutschland bieten sich heute vor allem Smyths Toys als Alternative an. Darüber hinaus existieren weitere große Spielwarenketten wie Müller, mytoys und diverse Online-Plattformen als Bezugsquellen.

Unterschiede zwischen Marktberichten und Realität

Mehrere Quellen berichteten über ein angebliches Comeback von Toys R Us in den USA, teilweise in Partnerschaft mit Kaufhausketten wie Macy’s. Diese Berichte bezogen sich jedoch ausschließlich auf den US-Markt. Für Europa, insbesondere für Deutschland, Österreich und die Schweiz, fehlen belastbare Informationen über konkrete Pläne. Die Vermutungen über eine Rückkehr der Marke nach Europa basieren bislang auf Spekulationen und allgemeinen Markterwartungen, nicht auf offiziellen Ankündigungen.

Zeitstrahl: Die wichtigsten Ereignisse von Toys R Us

  1. 1948: Gründung durch Charles Lazarus in Washington, D.C., USA.
  2. 1980er Jahre: Expansion nach Europa, erste Filialen auch in Deutschland.
  3. 1990: Unternehmenswert erreicht 12 Milliarden Dollar.
  4. 2005: Verkauf an Bain Capital und KKR für 7,5 Milliarden Dollar; massive Schuldenübernahme.
  5. September 2017: Insolvenzantrag nach Chapter 11 in den USA.
  6. März 2018: Schließung aller 800 US-Filialen.
  7. Juni 2018: Auflösung der alten Firma.
  8. 2019: Verkauf der europäischen Geschäftsbereiche (D/A/CH) an Smyths Toys.
  9. 2021: WHP Global erwirbt die Markenrechte weltweit.
  10. 2023: Neuer CEO bei WHP Global, Comeback-Strategie für die USA wird ausgebaut.

Gesicherte Erkenntnisse und offene Fragen

Gesicherte Fakten

  • Alle Toys-R-Us-Filialen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind dauerhaft geschlossen.
  • Smyths Toys übernahm die deutschsprachigen Standorte und betreibt sie heute.
  • In den USA gibt es seit 2021 Comeback-Aktivitäten mit neuen Konzeptfilialen.
  • Die Markenrechte gehören seit 2021 zu WHP Global.
  • Eine Insolvenz der deutschen Gesellschaft gab es nicht.

Unklare Punkte

  • Ein Europa-Comeback ist bislang nicht offiziell angekündigt.
  • Konkrete Pläne für Deutschland, Österreich oder die Schweiz sind nicht öffentlich dokumentiert.
  • Es liegen keine gesicherten Informationen zu Entwicklungen im Jahr 2024 vor.
  • Der Umfang möglicher zukünftiger Online-Aktivitäten in Europa bleibt offen.
  • Ob Smyths Toys die Markenrechte für Europa erworben hat, ist nicht abschließend geklärt.

Die Bedeutung für den Einzelhandel

Der Fall von Toys R Us gilt in Fachkreisen als eines der eindrücklichsten Beispiele für die Herausforderungen, denen sich der stationäre Einzelhandel gegenübersieht. Die Kombination aus hoher Verschuldung infolge von Finanzinvestoren-Übernahmen, versäumter Digitalisierung und wachsender Konkurrenz durch Online-Plattformen führte zu einem bemerkenswerten Niedergang. Die Geschichte zeigt, dass selbst etablierte Marken mit hoher Bekanntheit nicht vor dem Scheitern gefeit sind, wenn betriebswirtschaftliche Grundsätze nicht eingehalten werden.

Gleichzeitig demonstriert das US-Comeback unter WHP Global, dass starke Marken einen materiellen Wert besitzen, der auch nach einer Insolvenz bestehen bleibt. Die Nostalgie, die viele Verbraucher mit Toys R Us verbinden, stellt einen emotionalen Vorteil dar, der sich kommerziell nutzen lässt. Ob diese Strategie langfristig erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten.

Für den europäischen Markt ist die Situation weniger eindeutig. Smyths Toys hat die Lücke, die Toys R Us hinterlassen hat, in weiten Teilen geschlossen. Ein Revival der ursprünglichen Marke in Deutschland, Österreich oder der Schweiz erscheint zum gegenwärtigen Zeitpunkt unwahrscheinlich, ist aber nicht vollständig auszuschließen, solange die Markenrechte bei WHP Global liegen.

Quellen und Stimmen

„Die überbordenden Schulden und die aggressive Expansion der Online-Konkurrenz haben Toys R Us in eine Lage gebracht, aus der es keinen leichten Ausweg gab.”

— Presseberichte aus der Zeit der Insolvenz 2017/2018

Die in diesem Artikel dargestellten Fakten basieren auf einer Auswertung mehrerer Quellen, darunter Berichte des Stern, des Handelsblatts, des Deutschlandfunks, der WirtschaftsWoche sowie der deutschsprachigen Wikipedia-Seite zur Unternehmensgeschichte. Die genannten Quellen stimmen in den wesentlichen Punkten überein, unterscheiden sich jedoch in der Bewertung einzelner Aspekte des Comeback-Versuchs und der Markenstrategie.

Zusammenfassung

Toys R Us existiert als globale Marke unter dem Eigentum von WHP Global weiter und baut in den USA ein neues Filialnetz auf. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Kette hingegen seit 2019 verschwunden. Das profitable Geschäft wurde an Smyths Toys verkauft, das die Standorte seither unter eigenem Namen betreibt. Für Verbraucher im deutschsprachigen Raum bedeutet dies, dass das umfangreiche Sortiment an Spielzeug weiterhin erhältlich ist – nur eben nicht mehr unter dem vertrauten Toys-R-Us-Label. Geschichte und Erfolge des FC Barcelona zeigen, wie wichtig Markenpflege auch in schwierigen Zeiten ist.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Gibt es Toys R Us noch in Deutschland?

Nein. Seit 2019 gibt es keine Toys-R-Us-Filialen in Deutschland. Die Standorte wurden an Smyths Toys verkauft, das die Geschäfte unter eigenem Namen weiterführt.

Wann ist Toys R Us pleite gegangen?

Die US-Muttergesellschaft meldete am 18. September 2017 Insolvenz nach Chapter 11 an. Die Schließungen in den USA folgten bis März 2018. Die europäischen Geschäftsbereiche wurden 2019 verkauft.

Wer hat Toys R Us übernommen?

Die internationalen Markenrechte gehören seit 2021 zu WHP Global. Die deutschsprachigen Filialen wurden 2019 vom irischen Unternehmen Smyths Toys übernommen.

Kann man Toys R Us online in Deutschland bestellen?

Nein. Der deutsche Online-Shop von Toys R Us ist nicht mehr verfügbar. Bestellungen sind aus Deutschland heraus nicht möglich.

Was sind die Gründe für die Insolvenz?

Die Hauptgründe waren die hohe Verschuldung infolge des Kaufs durch Finanzinvestoren (Bain, KKR), die wachsende Konkurrenz durch Online-Händler wie Amazon sowie versäumte Investitionen in die Digitalisierung des Unternehmens.

Plant Toys R Us ein Comeback in Europa?

Konkrete Pläne für ein Comeback in Europa sind bislang nicht öffentlich bekannt. Die US-Aktivitäten von WHP Global konzentrieren sich bisher auf den amerikanischen Markt.

Welche Alternativen gibt es zu Toys R Us in Deutschland?

Smyths Toys ist der größte Nachfolger in Deutschland. Darüber hinaus bieten Ketten wie Müller, mytoys.de und verschiedene Online-Marktplätze Spielzeug in vergleichbarem Umfang an.

Wie viele Filialen hatte Toys R Us weltweit?

In der Spitze betrieb Toys R Us weltweit rund 1.800 Filialen mit etwa 64.000 Mitarbeitern. In Deutschland waren es zuletzt etwa 66 Standorte.



Henry William Howard Clarke

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Henry William Howard Clarke

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